Heiko / Laufe-Marathon

Heiko / Laufe-Marathon im Interview

[rate][really_simple_share]Heute im Interview haben wir Heiko, den die meisten wohl von seinem Blog Laufe-Marathon.de kennen. Da er Online-Laufschuhe auf die Idee mit Läuferinterviews brachte darf er natürlich auch nicht fehlen in unserer Reihe.

Frage: Hallo Heiko, stell dich mal kurz vor.
Heiko: Die Kurzform? Also, meinen Namen hast Du ja schon genannt, das wäre für mich die Kurzform. Aber Spaß beiseite. Ich bin ein Junge aus der Lausitz. Die ersten 41 Jahre meines Lebens habe ich hier verbracht, was in den nächsten 41 Jahren geschieht, kann ich noch nicht sagen. Ansonsten sehe ich mich als spontanen und lebensfreudigen Menschen, der 2009 einfach mal so einen Blog namens Laufe Marathon gegründet hat.

Frage: Was machst Du, wenn Du nicht gerade läufst?
Heiko: Ich beschäftige mich auch außerhalb des Trainings viel mit dem Laufen, der Fitness, dem Sport und allem, was damit zu tun hat. Dazu gehört, dass ich mir gerade eine Selbständigkeit als Personal Trainer aufbaue und nebenher immer wieder die Schulbank drücke, um neues Wissen zu erlangen. Davon profitieren natürlich zum einen die Sportler, die ich trainiere, und zum anderen ich, da ich mich persönlich weiterentwickle. Darüber hinaus bin ich als selbständiger Webworker im Bereich Online Marketing tätig. Und viele andere kleinere Projekte schwirren tagtäglich durch meinen Kopf, so dass ich gut ausgelastet bin und nie Langeweile aufkommt. Dazu bin ich glücklicher Vater und Ehemann.

Frage: Wie kamst du zum Laufen?
Heiko: Diese Geschichte gibt es genauer auf meinem Blog zu lesen, deshalb hier tatsächlich die Kurzform: In der ersten Schulklasse waren alle schneller als ich. Diesen Umstand wollte ich nicht akzeptieren, sodass alles im Laufschritt erledigt wurde. Ich glaube, ich war der Vorgänger von Forrest Gump, haha. Jedenfalls sahen mich kurze Zeit später meine Klassenkameraden nur noch von hinten. So verfolgte mich mit kleineren und größeren Pausen das Laufen schon mein ganzes Leben.

Frage: Laufe-Marathon ist bei dir Programm – was macht für dich Faszination Marathon aus?
Heiko: Ich würde es nicht als Programm sehen. Und ehrlich, mittlerweile sehe ich den Namen als unglücklich gewählt an. Denn viele Leute klicken auch weiter, weil sie denken, dass es bei mir nur um Marathon geht. Ist aber überhaupt nicht der Fall, ganz im Gegenteil. Auf Laufe Marathon geht es thematisch um alle läuferischen Bereiche, von den kurzen Strecken bis eben zum Marathon und darüber hinaus. Das Laufen an sich ist eine Faszination für mich; dies würde ich nicht auf den Marathon beschränken. Laufen bedeutet für mich Freiheit.

Frage: Wie schaut eine normale Trainingswoche bei Dir aus?
Heiko: Zurzeit werden fünf Laufeinheiten in der Woche mit unterschiedlichen Schwerpunkten abgespult. Dazu kommen noch die eine oder andere Ausfahrt mit dem Rad oder Wandern in unserer wundervollen Umgebung. Wichtig ist mir viel Abwechslung.

Frage: Was war dein schlimmstes Lauferlebnis aller Zeiten?
Heiko: Was verstehst Du unter schlimm? Ich würde alles nicht so dramatisch sehen. Es gibt ja Läufer, für die ist schlimm, wenn es auf einer 10 Kilometer-Strecke keine Verpflegung gibt oder die Duschen nach einem Laufwettkampf nur kaltes Wasser bieten. Aber ehrlich, ich sehe es nicht so ernst. Alles wird so genommen, wie es kommt, und wir machen einfach das Beste daraus. Was uns nicht umbringt, macht uns hart. So sehe ich es auch beim Laufen, nach einem negativen Erlebnis kommt auch wieder ein schönes.

Frage: 2011 hast du dich mit dem Thema „Startgebühren – zu hoch oder gerechtfertigt?“ beschäftigt. Hast du seitdem eine Änderung bei Wettkämpfen gemerkt oder ist alles beim alten?
Heiko: Ich denke, das Thema kocht immer mal wieder hoch. Tatsächlich kann ich bei einigen Veranstaltungen die Preispolitik bei den Startgebühren nicht nachvollziehen. Aber solange Angebot und Nachfrage passen, scheinen die Laufveranstalter alles richtig zu machen. Die Schmerzgrenze scheint jedenfalls noch nicht erreicht zu sein. Zusätzlicher Schnickschnack und die Ansprüche vieler Sportler kosten natürlich auch Geld. Ich kann nur von mir als Einzelperson ausgehen, denn persönlich brauche ich zum Beispiel keine Medaille, kein T-Shirt und diesen ganzen Firlefanz. Eine schöne Laufstrecke reicht mir vollkommen aus, dazu ein kleines Kuchenbuffett und ein Bier nach dem Lauf, und ich bin glücklich. Und wenn die Laufstrecke auch mal nicht passt, dann macht man sich eben schöne Gedanken. In meiner etwas länger andauernden Laufkarriere bin ich im Wettkampf schon mehrere Runden um den Parkplatz eines Baumarktes gerannt oder über eine Mülldeponie gewetzt. Es gibt tatsächlich schönere Orte, aber ich habe es überlebt.

Frage: Was machst du in den kalten Wintermonaten? Hast du einen Ausgleichssport wie Schwimmen, oder trainierst du fleißig bei Schnee oder im Studio?
Heiko: Was soll ich dann machen? Natürlich Laufen. Schwimmen nur ab und an, wenn die Schwimmhalle nicht gerade wieder überquillt. Aber am liebsten bin ich in der freien Natur unterwegs bei Wind und Wetter im Laufschritt oder im Wanderschritt. Und wenn es mal sehr kalt sein sollte, dann wird die Trainingszeit halt etwas verkürzt. Und bei tiefem Schnee lassen sich wunderbar Kraftübungen durchführen, dafür braucht man kein Studio. Nein, ein Studio ist für mich keine Option. Ich habe es versucht, aber dabei ist es auch geblieben.

Frage: Hast du einen bevorzugten Laufschuh wie z.B. den Mizuno Wave Rider 16 oder kaufst du dir jedes Jahr neue Modelle und schaust, welcher Laufschuh der beste der Saison ist?
Heiko: Da probiere ich durch. Ich lege mich auf keine Marke fest. Es können mal die neusten Modelle sein und dann wieder ein günstiges Paar Laufschuhe vom Vorjahr. Wichtig ist mir die Abwechslung. Und auch wenn es die Laufschuhhersteller nicht gern hören, am liebsten trage ich Laufschuhe, die schon ewig alt sind und weit über 1000 Kilometer und mehr erlebt haben.

Frage: Welche anderen Social Media Kanäle außer deinem Blog verwendest du?
Heiko: Facebook, Twitter, Google+ -, aber ehrlich, ich habe meine Aktivitäten sehr eingeschränkt, weil oft einfach für sinnlose Dinge zu viel Zeit verloren geht. Schnell kann man im Netz das reale Leben vergessen, und das ist es mir nicht wert. Social Media lohnt sich, um eigene Blogartikel zu pushen und neue Leser zu gewinnen. Aber von nichts kommt nichts. Social Media bedeutet auch Arbeit.

Frage: Was treibt dich beim Bloggen an, was sind deine Ziele in Zukunft?
Heiko: Die Frage kann ich zurzeit nicht wirklich beantworten, denn es treibt mich nichts beim Bloggen. Ziele für die Zukunft werden sich zeigen, da möchte ich mich gerade was Laufe Marathon betrifft, nicht festlegen. Ich glaube, der Blog ist wie so eine kleine Wundertüte, mal geschieht was und mal ist Pause.

Frage: Als Blogger erhältst du sicherlich eine hohe Anzahl an Anfragen zwecks Linktausch/Marketingkooperationen. Oft mit asymmetrischen Gewinnen für den Blogger. Wie rätst du anderen Bloggern damit umzugehen? Ist es verwerflich, mit dem privaten Blog die ein oder andere Mark zu verdienen, oder sollte man aufpassen was man macht?
Heiko: Warum wundert es mich nicht, dass Du diese Frage stellst, lach. Ja, es kommen ab und an Anfragen rein, gerade wenn es um Linktausch und auch Verkauf geht. Ehrlich, die meisten Anfragen sind so unpersönlich und nichtig, dass ich diese überhaupt nicht mehr beantworte. Also, vom Linktausch halte ich nicht viel. Gefällt mir ein Blog oder Beitrag, dann schreibe ich darüber und setze einen Link. Aber auf Befehl mache ich nichts. Ich denke, jeder Blogger muss selbst entscheiden, was er macht oder was nicht, da kann nicht wirklich ein Ratschlag gegeben werden. Kooperationen in Form von Testberichten finde ich nicht übel, weil man den Lesern dadurch einen wirklichen Mehrwert bieten kann. Ich möchte mir nur nicht vorschreiben lassen, was ich zu schreiben habe. Das Thema Geld verdienen könnten wir jetzt auch ewig ausdehnen. Ich habe kein Problem damit, wenn jemand mit seinem Blog die eine oder andere Mark verdienen möchte. Ich denke, da gibt es gerade unter Bloggern ganz viele unterschiedliche Meinungen. Für mich ist es legitim, und die wenigsten werden durch Werbung auf dem eigenen Blog wirklich reich, denn einfach mal Banner einbinden, bringt nicht wirklich was. Da gehört schon etwas mehr dazu.

Frage: Medaille oder Finisher-Shirt?
Heiko: Nichts von beidem. Die Erinnerung reicht.

Frage: Gibt es für dich Vorbilder, die dich zum Laufen motivieren?
Heiko: 1980 war Miruts Yifter ein Vorbild für mich. Sein Olympiasieg über 5 und 10 km in Moskau haben mich begeistert. Aber in der heutigen Zeit habe ich keine wirklichen Vorbilder mehr. Es gibt Menschen, die motivieren mich mit ihren Taten, aber diese würde ich nicht als Vorbilder ansehen und auch nicht auf das Laufen beschränken. Wahre Motivation kommt immer von sich selbst, und meine persönlichen Ziele sind Motivation genug.

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