Jan Philipp / Unique SportsTime im Interview

Jan Philipp / Unique SportsTime im Interview

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Frage: Hallo Jan Philipp, stellt dich mal kurz vor.
Jan Philipp: Hallo Philipp, ich bin 31 Jahre alt und lebe mit meiner Freundin und meiner Tochter in Hamburg.

Frage: Was machst du, wenn du nicht gerade läufst?
Jan Philipp: Beruflich beschäftige ich mich mit den Themen Sportmarketing und E-Commerce und betreibe einen Online Shop für Laufbekleidung. Auf meiner Internetseite unique-sportstime.de schreibe ich über Marathon, Trainingsmethoden, Ernährung, Trends im Laufsport und eigene Erfahrungen. Außer dem Laufen spiele ich auch gerne Fußball und hin und wieder kann ich mich auch zum Kraftsport überwinden. Ansonsten verbringe ich viel  Zeit mit der Familie. Außerdem lese ich gern und beschäftige mich leidenschaftlich mit Soziologie.

Frage: Wie kamst du zum Laufen?
Jan Philipp: Ich habe schon immer viel Sport gemacht und dann mit 17 zusammen mit einem Freund angefangen zunächst einmal die Woche laufen zu gehen. Da wir beide ziemlich ehrgeizig und motiviert waren, war das Training immer viel Spaß und wir haben viel gegeneinander Steigerungsläufe und Sprints trainiert. Das war sicherlich kein Training aus dem Lehrbuch, da wir es öfters mal übertrieben haben. Für uns bestand gutes Training daraus, sich vollkommen zu verausgaben und am nächsten Tag Muskelkater zu haben. Regeneration und Dehnen kannten wir zu der Zeit auch noch nicht. Naja, aber so haben wir dann Stück für Stück die Streckenlängen und Einheiten pro Woche erhöht und wollten nach etwa einem Jahr einmal sehen wie schnell wir einen Halbmarathon laufen können. Natürlich haben wir den klassischen Fehler gemacht und sind, motiviert durch die Zuschauer und denn Adrenalinausstoß beim Wettkampf, viel zu schnell losgelaufen. Das hat sich dann nach ein paar Kilometern gerächt, als wir deutlich langsamer wurden mussten um den Puls wieder auf ein erträgliches Niveau herunterzufahren. Als wir dann aber in einem guten Temporhythmus waren, wurde das Feld von hinten aufgerollt. Ich habe mich dann einige Monate später zum Hamburg Marathon angemeldet, wodurch das Training strukturierter wurde und ich dann einmal pro Woche einen längeren Lauf bis 25 Kilometer mit eingebaut habe. Ich denke das ein Trainingsplan in der Marathonvorbereitung sinnvoll ist, jedoch viele Trainingspläne zu viel Wissen über Lauf-ABC und ähnliches voraussetzen, dass nicht bei allen Läufern, die sich auf einen Marathon vorbereiten vorhanden ist und auch nicht zwingend notwendig ist, um einen Marathon erfolgreich zu bestreiten. Wichtig ist meiner Meinung nach in der Marathonvorbereitung auf einen anständigen Kilometerumfang pro Woche (mindestens 50 Kilometer) zu kommen und lange Läufe mit einem Umfang von 25-30 Kilometer einzubauen. Außerdem unterschiedliche Trainingsreize wie Intervalltraining, Steigerungsläufe und schnelle Läufe einzubauen. Das Schöne beim Laufen ist meiner Meinung nach, dass man relativ schnell Fortschritte erzielen kann. Das ist denke ich auch ein Grund warum Laufeinsteiger, wenn Sie die schwierigen ersten Monate überstanden haben, das Laufen nach und nach nicht mehr lassen wollen.

Marathon3Frage: Wo trainierst du am liebsten?
Jan Philipp: Eigentlich trainiere ich am liebsten im Wald. Sehr gerne auch am Strand. Wald und Strand sind in Hamburg leider Mangelware, daher laufe ich hier hauptsächlich an der Elbe.

Frage: Wie motivierst du dich zum Training, wenn es drinnen kuschelig warm ist und draußen kalt und nass?
Jan Philipp: Bei mir ist das Laufen soweit zur Gewohnheit und zum natürlichen Teil des Tagesablaufs geworden, das sich die Frage nicht mehr stellt. Damit Du zu so einer Routine kommst: Tue so als wärst du derjenige der immer bei schlechtem Wetter läuft und du wirst irgendwann tatsächlich derjenige sein der immer bei schlechten Wetter läuft.

Frage: Wie schaut eine normale Trainingswoche bei dir aus?
Jan Philipp: Mittwoch ist Laufgruppe. (Für interessierte Hamburger: „Lauftreff Altona“). Am Wochenende versuche ich meistens einen langen Lauf zu schaffen. Außerdem noch ein bis zwei kürzere Läufe unter der Woche spontan nach Zeit und Lust. Wenn ich mich auf Wettkämpfe vorbereite, dann läuft das Training etwas strukturierter ab und ich versuche bestimmte Kilometerumfänge pro Woche zu schaffen.

Frage: GPS-Uhren, Smartphone-Apps, CD Player – welche technischen Spielereien verwendest du beim Laufen?
Jan Philipp: Natural Running – Ich laufe ohne technische Trainings- und Unterhaltungsmedien. Beim Intervalltraining, ist eine Pulsuhr aber sehr bequem und sinnvoll.

Frage: Wie viel Laufschuhe findet man bei dir im Schrank?
Jan Philipp: Ein Paar Laufschuhe halte ich für ausreichend. Da ich aber öfters Laufschuhe zum Testen gestellt bekomme, aber ich das ein oder andere Paar mehr im Schrank.

Frage: Hast du bevorzugte Laufschuhe oder deckst du dich jede Saison neu ein?
Jan Philipp: Was das Thema Laufschuhe angeht bin ich kein Freund von Experimenten. Ich bin vor vielen Jahren einmal bei dem Brooks Glycerin hängegeblieben und habe seitdem nicht mehr gewechselt. Oft habe ich sogar das identische Modell noch einmal gekauft, wenn ich es im Internet finden konnte. Ansonsten unterscheiden sich die Nachfolgemodelle ja meist auch nur geringfügig und hauptsächlich im Produktdesign.

Frage: Worauf kommt es deiner Meinung nach beim Kauf von Laufschuhen an?
Jan Philipp: Ich denke wenn man gerade mit dem Laufen anfängt kann eine Laufanalyse nützlich sein, um einordnen zu können, ob man sich eher auf die Modelle für Läufer mit Überpronation, Supination oder neutraler Fußstellung konzentrieren sollte. Ansonsten denke ich solltest du den Laufschuh einmal einige Wochen zur Probe einlaufen um bewerten zu können, ob du dich damit wohlfühlst.

Frage: Auf deiner Seite bietest du eine Vielzahl von Laufshirts an. Worauf kommt es deiner Meinung nach bei einem guten Laufshirt an und welche Tipps  kannst du Anfängern bei der Auswahl empfehlen?
Jan Philipp: Ein gutes Laufshirt sollte atmungsaktiv und feuchtigkeitstransportierend sein. Als Materialien werden für Laufshirts Polyester und gelegentlich ein geringer Anteil Elasthan verwendet. Bei der Laufshirt Auswahl kannst du im Grunde nicht viel falsch machen. Wichtig ist natürlich die richtige Größe, damit das Shirt gut sitzt.

Frage: Gerade wenn es kälter wird, ist die richtige Laufkleidung besonders wichtig. Welche Empfehlung kannst du hier geben, damit man nicht zu viel und nicht zu wenig an hat  beim Training?
Jan Philipp: Ich halte viel vom sogenannten Zwiebelprinzip. Nach dem Prinzip einer Zwiebel trägt der Läufer hier mehrere Schichten Laufkleidung übereinander. Wichtig ist das alle Kleidungsstücke aus Funktionsmaterialien sind, da beispielsweise Baumwolle für den Feuchtigkeitstransport und die Atmungsaktivität hinderlich wäre. Die Anzahl der Schichten hängt dabei natürlich von den Witterungsverhältnissen und der persönlichen Kälteempfindlichkeit ab. Bei den aktuell milden Temperaturen von 5-10 Grad reichen mir schon ein Laufshirt und eine leichte Laufjacke oder ein Fleecepullover aus. Ganz wichtig sind natürlich auch ein angenehmer Tragekomfort und Leichtigkeit der Produkte. Und die Sportartikelindustrie hat ja seit einiger Zeit schon erkannt, dass auch Läufer sich über modische Outfits freuen können.

Frage: Medaille oder Finisher-Shirt?
Jan Philipp: Medaille.

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