Running Twins

Running Twins im Interview

[rate][really_simple_share]Heute im Interview haben wir Henrik und Marek, die den meisten wohl eher als die Running Twins und dem gleichnamigen Blog bekannt sind. Erfahrt ein wenig mehr über die zwei.

Hallo Ihr zwei, stellt euch mal kurz vor.

Henrik: Ich bin der (um 10 Minuten) ältere von uns beiden, 33 Jahre jung, wohne und lebe in München in einer festen Beziehung und habe keine Kinder, keinen Hund und kein Haus. Ich bin ein eher lebensbejahender Typ, der sich selbst nicht so ernst nimmt.
Marek: Ich bin Marek, 33 Jahre alt, komme aus Berlin und lebe mit meiner Frau und meinen beiden Jungs im Grünen südlich von Berlin.

Was macht ihr, wenn Ihr nicht gerade lauft?
Henrik: Ich arbeite als Assistent der Geschäftsführung in einem IT-Beratungsunternehmen. Wenn man die Laufzeit abzieht, bleibt da nicht mehr viel übrig. Ich reise gerne und lese als Newsjunkie gerne Nachrichten und Blogs im Netz.
Marek: In der Woche arbeite ich als Informatiker und am Wochenende verbringe ich die Freizeit mit meiner Familie.

Warum eigentlich Running Twins? Seid ihr wirklich Zwillinge?
Henrik: Ja, wir sind wirklich Zwillinge und haben die gleiche Leidenschaft. Uns „Running Twins“ zu nennen folgte aus der Idee, Mareks Blog zum Thema Laufen gemeinsam weiterzuführen. Und wir haben keinen Blog gefunden, das so hieß.
Marek: Natürlich sind wir das! Zwar nicht eineigig, aber wir sehen uns so ähnlich, dass alle, die uns zum ersten Mal sehen, nicht auseinanderhalten können.

Und Hand aufs Herz – wer von euch beiden ist der Schnellere?
Henrik: Ganz klar, Marek. Er ist einfach der talentiertere Läufer, der weniger trainieren muss, um am Limit zu laufen. Schon immer war er einige Kilo leichter als ich. Aber ich habe den schöneren Laufstil ;).
Marek: Als wir mit dem Laufen angefangen haben, war Henrik der Schnellere, dann waren wir beide ziemlich genau auf einem Niveau, aktuell bin ich einen Tick schneller. Aber das kann sich alles wieder schnell ändern!

Der beste Nebeneffekt beim Laufen?
Henrik: An nichts denken müssen und sich in einen „Flow“ laufen, in dem man die körperliche Anstrengung nicht merkt.
Marek: Kopf frei bekommen und einfach mal raus aus dem Alltag. Für sich sein.

Wie kamt Ihr zum Laufen?
Henrik: Das kann ich gar nicht mehr so im Detail nachvollziehen. In der Schule habe ich Laufen gehasst. Während des Studiums habe ich es dann immer wieder versucht und habe mit mehreren Unterbrechungen Spaß daran gefunden.
Marek: Ich habe damit nach der Geburt meines ersten Sohnes im Oktober 2006 begonnen. Ich wollte einfach nach Jahren des Krafttrainings wieder mehr Kondition bekommen und fand das die einfachste Lösung. Schon in der Schule und zu meiner Bundeswehrzeit bin ich viel gelaufen, aber regelmäßig erst seit Herbst 2006.

Wo trainiert Ihr am liebsten?
Henrik: Das ist sehr stimmungsabhängig. Wenn ich allein laufe, dann brauche ich weit und breit keine Menschenseele um mich herum. Ich bin gerne zu Nebenzeiten im Münchner Westpark und an der Isar zwischen Tierpark und Grünwald unterwegs.
Marek: Am liebsten in der freien Natur fernab von Straßen. Lässt sich leider im Winter nicht so oft realisieren.

Wie trainiert Ihr und wie erstellt Ihr eure Trainingspläne?
Henrik: Ich laufe am liebsten nach Lust und Laune und nicht nach „Plan“. Von 4-6 Trainingseinheiten pro Woche laufe ich 1-2 in einer Trainingsgruppe oder mit einem Trainingspartner und den Rest allein. In der Marathonvorbereitung trainiere ich nach einem Trainingsplan der RUNNING Company (www.runningcompany.de) von Bianca Meyer.
Marek: Bisher habe ich immer allein und ohne Plan trainiert. Für den Berlin Marathon in 5 Wochen habe ich mir einen Plan von Bianca Meyers Running Company erstellen lassen. Davon verspreche ich mir mehr Systematik und eine gründlichere Vorbereitung.

Wie motiviert Ihr euch zum Training, wenn es drinnen kuschelig warm und draußen kalt und nass ist?
Henrik: Mich motiviert es, an den nächsten Wettkampf und eine mögliche Bestzeit zu denken. Und Motivation ist auch, einen Sport auszuüben, der bei nahezu jedem Wetter möglich ist.
Marek: Ziele setzen. Wenn man auf ein konkretes Ziel hinarbeiten kann, fällt vieles leichter. Gerade die Frage „Warum mache ich das hier eigentlich?“ lässt sich so sehr schnell beantworten.

Wie schaut eine normale Trainingswoche bei euch aus?
Henrik: In der Marathonvorbereitung habe ich 6-7 Einheiten pro Woche mit einem Ruhetag. Da sind i.d.R. zwei Tempo-, zwei kürze Ausdauer- und zwei längere Ausdauereinheiten dabei. Zusätzlich Stabilisations- und Koordinationsübungen. In „ruhigen“ Phasen reduziere ich das Pensum auf 3-4 Laufeinheiten und mehr Kraft- und Entspannungsübungen. Laufen gehe ich meistens am Abend.
Marek: Meistens gehe ich dreimal in der Woche laufen, in der intensiven Vorbereitungsphase auch vier bis fünfmal. Ich versuche, das Training so gut wie möglich in den Arbeitsalltag zu integrieren. D.h. z.B. an einem Wochentag eine Teilstrecke des Arbeitsweges zu laufen. Oder die Mittagspause mit den Kollegen rausgehen. So verliert man am wenigsten Zeit, die ich dann für meine Familie habe.

GPS-Uhren, Smartphone-Apps, CD Player – welche technischen Spielereien verwendet Ihr beim Laufen?
Henrik: Meistens bin ich nur mit dem Garmin Forerunner 610 und einem Pulsgurt unterwegs. Nur für lange Läufe ohne Begleitung habe ich ein iPhone mit Discofox-Musik dabei.
Marek: Ich verwende eine GPS-Uhr, mit der ich meine Trainings auch im Nachhinein am Rechner auswerten kann. Damit habe ich einen guten Überblick.

Falls Ihr mit Musik trainiert – was sind eure Top5 Songs?
Henrik: Tina Turner – Simply the Best, Irene Cara – Fame, Fancy – Flames of Love, Madsen – Sieger, Kylie Minogue – All the Lovers
Marek: Früher bin ich oft mit Musik gelaufen. Das habe ich mir irgendwann aber abgewöhnt. Ich kann auch ohne Musik gut abschalten und mich so besser auf die Umwelt konzentrieren. Gerade in der Dunkelheit ist es doch eher gefährlich, sich beschallen zu lassen.

Welchen Wettkampf sollte jeder Läufer in seinem Leben gemacht haben und warum?
Henrik: Jeder Wettkampf hat seinen eigenen Reiz. Der Berlin Marathon ist sicher der wichtigste Lauf in Deutschland, weil er eine lange Geschichte hat, ein sensationelles Publikum bietet und symbolisch für die Gemeinsamkeit steht wie kein anderer Citymarathon.
Marek: Klarer Fall: den Berlin-Marathon. Ein einzigartiges Erlebnis, den ich im letzten Jahr als Fahrradbegleiter für Henrik erleben durfte. Dieses Jahr bin ich zum ersten Mal als Läufer dabei!

Messt Ihr euch im Wettkampf mit anderen Läufern oder lauft Ihr an Spaß an der Freude?
Henrik: Wettkämpfe sind das Salz in der Läufer-Suppe und die beste Gelegenheit, die Früchte des Trainings zu ernten. Ganz ohne Wettkämpfe kann ich mir Laufen nicht vorstellen.
Marek: Wettkämpfe sind für mich ein hoher Motivationsfaktor. Die Bestätigung, dass sich das Training gelohnt hat, ist einfach ein tolles Gefühl. Nur so aus Spaß laufen könnte ich glaube ich nicht.

Medaille oder Finishershirt?
Henrik: Ganz klar: Medaille, auch wenn ich schon einen Topf davon voll habe.
Marek: Finishershirt

Euer größter läuferischer Erfolg?
Henrik: Der Berlin Marathon im letzten Jahr in 3:39h mit netto 4 Wochen Vorbereitungszeit nach einer Verletzung.
Marek: Sicherlich mein erster Marathon im April im Spreewald. Trotz eines taktisch schlechten Rennens in einer guten Zeit gefinished.

Wie viel Paar Laufschuhe findet man bei euch im Schrank?
Henrik: Da müsste ich zählen, es sind ungefähr 12 Paar.
Marek: 6-7 Paar

Habt Ihr bevorzugte Laufschuhe oder deckt Ihr euch jede Saison neu ein?

Henrik: Jeder Schuh und jeder Fuß bilden eine einzigartige Kombination. Ich kaufe grds. Neutralschuhe, pro Jahr 2-3 neue Paar. Abgelaufene Schuhe kommen dann raus, auch wenn es immer extrem schwerfällt, sich zu trennen. Momentan ist der Kwicky Blade-Light von K-Swiss mein Lieblingsschuh.
Marek: Bestimmte Marken bevorzuge ich natürlich schon, einfach aufgrund der guten Erfahrungen. Da sind z.B. Mizuno oder K-Swiss. Aber auch Barfußschuhe wie die Five Fingers gehören dazu. Es müssen auch nicht jedes Jahr neue sein, auch die abgetragenen Schuhe leisten weiterhin gute Dienste für die Füße!

Worauf kommt es eurer Meinung nach beim Kauf von Laufschuhen an?
Henrik: Die Marke völlig außen vor lassen und Testberichte ignorieren, auch wenn man jahrelang mit früheren Versionen eines Schuhs gelaufen ist. Beim ersten Anprobieren muss sich der Fuß wohlfühlen. Ich finde, auch das Design gewinnt an Bedeutung.
Marek: Die Passform muss stimmen, der Wohlfühlfaktor muss da sein. Möglichste wenig Dämpfung, damit der Fuß so natürlich wie möglich aufsetzt und nicht eingeschränkt wird.

Welche anderen Social Media Kanäle außer euren Blog verwendet Ihr?
Henrik & Marek: Wir setzen auf die „Klassiker“: Facebook (facebook.com/runningtwins) und Twitter (twitter.com/runningtwins).

Was treibt euch beim Bloggen an, was sind eure Ziele die Ihr mit running-twins.de in Zukunft angehen wollt?
Henrik: Uns treibt weniger die Außenwirkung an. Da wir beide in verschiedenen Ecken dieses Landes wohnen, haben wir mit dem Blog ein Hobby, das uns weiterhin verbindet. Dementsprechend verfolgen wir keine höheren Ziele, sondern möchten einfach das Bloggen so lange fortführen, wie wir auch laufen. Das Blog ist die perfekte Plattform, um unser Hobby mit anderen zu teilen. Wir haben keinen Masterplan, weder beim Laufen, noch beim Bloggen. Wir können uns gut vorstellen, dass wir den Charity-Gedanken aufnehmen und zukünftig ausbauen.
Marek: Wir wollen weiterhin unsere Erfahrungen beim Laufen weitergeben. Solange das jemanden interessiert, bleiben wir am Ball. Schließlich gibt es nicht so viele laufende Zwillingspaare auf dieser Welt.

Welche Frage wolltet Ihr schon immer mal beantworten?
Henrik: Frage: „Werdet ihr jemals einen Doppelsieg einfahren?“

Antwort: Dafür müssten wir wohl einen eigenen Lauf mit beherrschbarer Konkurrenz veranstalten :)

Marek: Frage: „Werdet ihr jemals einen Doppelsieg einfahren?“

Antwort: Wir arbeiten dran!

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